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T I N A  R E I C H E L

Das Sammler Journal #02 – Wann beginnt eine Kunstsammlung?

vor 8 Stunden
2 Min. Lesezeit

- DAS SAMMLER JOURNAL - Eine Kunstsammlung beginnt nicht mit einer Sammlung.

Sie beginnt mit einem einzigen Werk.

Und trotzdem haben wir bei dem Wort „Kunstsammler“ sofort dieses riesige Bild im Kopf: 20, 50, 100 Werke. #Kunstmessen. #Expertise. #Netzwerk. #Budget.

Aber ab wann ist man eigentlich Kunstsammler? Bei 5 Werken? Bei 20? Wenn man regelmäßig auf Messen geht, Künstler und Galeristen kennt oder einfach entsprechend viel Geld für Kunst ausgibt?

Ich glaube, das Wort „Kunstsammler“ ist für viele viel größer als das, was eigentlich dahintersteckt.

Denn niemand startet mit dem Gedanken: So. Ab heute baue ich mir eine #Kunstsammlung auf.

Man startet mit einem Werk.

Mit einem Bild, einer Fotografie, einer #Edition oder einer #Skulptur, bei der irgendetwas passiert.

Man bleibt hängen. Schaut nochmal. Vielleicht geht man weiter und kommt nochmal zurück.

Und irgendwann ist da dieser Gedanke:

Das möchte ich nicht nur anschauen. Das möchte ich haben.

Vielleicht beginnt Sammeln genau da.

Nicht erst, wenn zehn Werke an der Wand hängen. Sondern in dem Moment, in dem man anfängt, bewusst auszuwählen.

Und das finde ich wichtig: Es geht nicht darum, möglichst viel Kunst zu besitzen.

Eine Sammlung entsteht für mich dann, wenn die einzelnen Entscheidungen irgendwann etwas miteinander zu tun haben – und sei es nur, dass DU der gemeinsame Nenner bist.

Vielleicht merkst du irgendwann, dass dich bestimmte Farben immer wieder anziehen. Bestimmte Materialien.

Große Formate. Skulpturen. Vielleicht kaufst du völlig unterschiedliche Künstler und stellst irgendwann fest, dass trotzdem etwas alle Werke verbindet.

Vielleicht kannst du noch nicht einmal sagen, was es ist.

Aber du erkennst deinen eigenen Blick darin.

Und genau das finde ich am Sammeln so schön. Eine Sammlung muss nicht aussehen wie die eines anderen. Sie muss keinem Trend folgen.

Und sie muss auch nicht innerhalb eines Jahres entstehen. Das zweite Werk kommt vielleicht drei Monate später. Vielleicht drei Jahre später. Völlig egal. Denn mit jedem Werk lernt man auch etwas über den eigenen Geschmack.

Was zieht mich an? Was bleibt für mich interessant? Was berührt mich auch nach Jahren noch? Und irgendwann merkt man: Meine Sammlung erzählt nicht nur etwas über Kunst. Sie erzählt auch etwas über mich.

Deshalb würde ich den Begriff „Kunstsammler“ gerne ein bisschen kleiner machen. Nicht kleiner in seiner Bedeutung – sondern in der Hürde, überhaupt damit anzufangen. Du brauchst keine 20 Werke. Keine kunsthistorische Ausbildung. Und du musst auch nicht irgendwann offiziell beschließen, dass du jetzt sammelst.

Vielleicht beginnt es einfach mit diesem einen Werk:

Das möchte ich in meinem Leben haben. Und irgendwann kommt ein zweites dazu. Und dann schauen wir mal. 😉

Ab wann beginnt für euch eine Sammlung? Schon mit dem ersten bewusst ausgewählten Werk?

Nächsten Mittwoch geht’s einen Schritt weiter: Wie finde ich eigentlich heraus, welche Kunst wirklich zu mir passt?

 
 
 

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